Thüringische Landeszeitung: Wenn der Löwe brüllt – Erdkabel kleistern den Trassenstreit nur zu / Leitartikel von Florian Girwert zum Energiekompromiss

Die Vernunft hat gesiegt, könnte man denken. Doch
bei genauem Hinsehen erscheint der Kompromiss beim Thema
Stromleitungen einigermaßen faul. Vor allem die Verbraucher werden
den Mehraufwand zahlen müssen, den eine verstärkte Erdverkabelung mit
sich bringt. In Bayern wird man es sich merken, dass um des lieben
Friedens willen durchaus nachgegeben wird, sobald der Münchner Löwe
in Gestalt von Horst Seehofer nur laut genug brüllt. Immerhin – auch
Thüri

Thüringische Landeszeitung: Hoffnungsschimmer – Kuba-Entspannung aber im US-Wahlkampf / Kommentar von Axel Zacharias zur bevorstehenden Neueröffnung von Botschaften in Havanna und Washington

Das ist in diesen oftmals unerquicklichen Zeiten
doch mal eine gute Nachricht: Während sich weltweit Krisenherde
ausweiten und Spannungen wachsen, setzten US-Präsident Obama und die
Führung Kubas auf ein Ende des Kalten Krieges in der Karibik. Wenn
man bedenkt, dass dieser Konflikt, der das Potenzial hatte, einen 3.
Weltkrieg auszulösen, bereits unter US-Präsident Kennedy seinen
Anfang nahm, ist es nicht falsch, die Aufnahme gegenseitiger
diplomatischer Beziehunge

Thüringische Landeszeitung: Wieder auf dem Gleis – Schlichtung hat viele Gewinner / Leitartikel von Matthias Benkenstein zur erfolgreichen Bahn-Schlichtung

Nach den vielen schlechten Nachrichten für
Bahnkunden in den vergangenen Monaten ist das endlich eine gute:
Pünktlich zum Beginn der Urlaubszeit sind weitere Streiks der
Lokomotivführer bis Herbst 2016 abgewendet. Den Schlichtern Ramelow
und Platzeck gelang der Tarifkompromiss. Das war nicht
selbstverständlich, schließlich hatten Bahn und Lokführergewerkschaft
GDL zuvor ein Jahr fast ergebnislos verhandelt. Ganze neun Mal ließen
die Lokführer bis zu

Thüringische Landeszeitung: Postengeschacher / Kommentar von Elmar Otto zum Anspruch der Thüringer Linken, den Präsidentenposten des Landesverfassungsgerichts neubesetzen zu dürfen

Die Linke regiert in Thüringen. Und mit der neuen
Rolle steigt nicht nur die Verantwortung. Sondern auch der Anspruch,
nicht mehr wie eine Partei zweiter Klasse behandelt zu werden.

Deshalb ist es aus linker Sicht nur folgerichtig, in Zukunft auch
bei der Besetzung von Thüringens oberstem Richterposten ein gehöriges
Wörtchen mitzureden. Warum sollten über das Amt weiterhin nur CDU und
SPD entscheiden dürfen?

Doch stopp! Allein entscheiden durften auch Chr

Thüringische Landeszeitung: Es ist an der Zeit – Millionen Kinder brauchen Hilfe / Leitartikel von Sibylle Göbel zum Unicef-Bericht über Kinder und Krieg

Von wegen: Es ist nie zu spät für eine glückliche
Kindheit. Was für eine privilegierte Gesellschaft wie die unsere
gelten mag, in der zweifelsohne noch immer zu viele Kinder in
prekären Verhältnissen aufwachsen, wäre nichts als blanker Zynismus,
würde man es mit Blick auf die Millionen Kinder weltweit postulieren,
die in Kriegs- und Krisenregionen ihre ersten Schritte tun. Die
verstümmelt, gefoltert, entführt, vergewaltigt, als Kindersoldate

Thüringische Landeszeitung: Zeit bis Sonntag anhalten / Kommentar von Norbert Block zur Griechenland-Krise

"Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken
ohne Ende." Für die Griechenland-Krise gilt dies Sprichwort. Europa
darf sich von Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras nicht
länger auf der Nase herumtanzen lassen. Der Geldhahn muss jetzt
abgedreht bleiben. Die Griechen können abstimmen: Euro Ja oder Nein.
Ob die Zeit dafür bis Sonntag – wie bei Tarifverhandlungen –
angehalten werden kann, bleibt offen.

Pressekontakt:
Thüringische Landesz

Thüringische Landeszeitung: Im Namen der Richter – Reform des Mord-Paragrafen ist überfällig / Leitartikel von Nils R. Kawig zum Expertenvorschlag für eine Strafrechtsreform in Sachen Mord-Paragraf

Mord oder Totschlag? Völlig egal. Wer einen anderen
Menschen umbringt, sollte eine harte Strafe bekommen, am besten
lebenslänglich. So einfach macht es sich der Volksmund. Jeder
"Laienrichter" unter uns hat aber keine Ahnung, wie schwer es für
Berufsrichter ist, erstens, zwischen Mord und Totschlag zu
unterscheiden, und zweitens, das richtige Strafmaß zu verhängen.
Nicht wenige Experten fordern daher eine Reform des Mord-Paragrafen
211 im Strafgesetzbuch

Thüringische Landeszeitung: Karre vor die Wand – Griechenland wird für alle teuer und bitter / Leitartikel von Axel Zacharias zur aktuellen Entwicklung in der Griechenland-Krise

Das griechische Desaster ist inzwischen zum
Selbstläufer geworden, weil alle Fristen überzogen wurden. Und zwar
von der ideologisch gesteuerten Verhandlungsmannschaft aus Athen.

Natürlich wollte auch niemand in Brüssel, Berlin, Wien oder Paris
den sogenannten kleinen Mann in Griechenland bis aufs Blut
auspressen, wie uns das manch eher links zu verortender Beobachter
oder auch Akteur einzureden sucht. Der griechische Kleinrentner war
nie das Ziel europäischer F