Neue OZ: Kommentar zu Handel / Karstadt

Doppelt verstaubt

Nicolas Berggruen galt als Heilsfigur. Jetzt kommen er und sein
Konzernchef Andrew Jennings auf dem Boden der Tatsachen an und mit
ihnen fast jeder zehnte Karstadt-Mitarbeiter, der innerhalb der
nächsten zwei Jahre gehen soll. Dies auf die Eurokrise zu schieben
erscheint einigermaßen kühn: Das Konsumklima in Deutschland ist nach
wie vor gut, gerade der Innenstadthandel zog zuletzt sogar an. Eher
ist es das nach wie vor staubige Image, das Karstadt als

Schwäbische Zeitung: So nicht – Kommentar

Es ist genug: Karstadt-Mitarbeiter nahmen
Gehaltskürzungen hin und verzichteten auf 150 Millionen Euro.
Vermieter akzeptierten Mietkürzungen. 91 Kommunen kamen der
Kaufhaus-Kette mit dem Verzicht von Gewerbesteuer entgegen. 40000
Gläubiger schrieben zwei Milliarden Euro ab.

Nach zwei Jahren des Verzichts hat Karstadt die Kurve noch immer
nicht gekriegt. Jeder zwölfte Mitarbeiter soll gehen, um das "Leiden"
an "ineffizienten Altersstrukturen" zu be

Weser-Kurier: Kommentar zum Stellenabbau bei Karstadt

Zwei Jahre lang hat Karstadt-Investor Nicolas
Berggruen stillgehalten. Als er die schwer angeschlagene
Warenhauskette 2010 aus der Insolvenz übernahm, hatte er zuvor hart
verhandelt. Die Eigentümer der Immobilien waren schließlich bereit,
die Mieten für die Häuser dauerhaft zu senken, die Beschäftigten
haben zwei Jahre lang auf tariflich garantierte Zahlungen verzichtet
und damit einen erheblichen Beitrag zur Sanierung geleistet. Im
Gegenzug haben sie eine A

Börsen-Zeitung: Unerwarteter Angreifer, Kommentar zur Ankündigung von Goldman Sachs, sich stärker dem Geschäft mit vermögenden Privatkunden zu widmen, von Sebastian Schmid.

Goldman Sachs will offenbar raus aus der Nische
und stärker als bisher um vermögende Privatkunden werben. Ein
entsprechender Bericht des "Wall Street Journal" wurde von der
US-Investmentbank zwar zunächst heruntergespielt. Finanzchef David
Viniar ließ auf Nachfrage dann aber doch durchblicken, dass man im
Wealth Management zulegen will. In der New Yorker
Goldman-Bankentochter sind die Kundeneinlagen seit 2010 von 32 Mrd.
auf 48 Mrd. Dollar hochgeschnellt. Un

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum neuen Opel-Chef

Nur fünf Tage hat es gedauert, da benennt
General Motors schon einen neuen Chef für seine deutsche
Automobiltochter Opel. Das sieht nach Entschlusskraft aus. In
Wirklichkeit geschieht hier nichts Halbes und nichts Ganzes. Thomas
Sendran darf zwar ans Steuer – im Gegensatz zum Vorgänger
Karl-Friedrich Starcke aber nur als stellvertretender
Vorstandsvorsitzender. Ohnehin ist Opels Chefsessel ein
Schleudersitz. In den vergangenen 20 Jahren haben acht Spitzenmanager
darauf Plat

NRZ: Handel im Strukturwandel / Gegen Online-Shops hilft kein Stellenabbau

Karstadt streicht 2000 Stellen, mehr als zehnmal so
viele ehemalige Schlecker-Mitarbeiter verlieren ihren Job – und auch
bei Neckermann gehen durch Aufgabe des Katalog-Geschäfts 1400
Arbeitsplätze verloren. Da ist es fast eine gute Nachricht, wenn
Görtz die Belegschaft der 30 Schuhgeschäfte, die bald geschlossen
werden, zumindest "mehrheitlich" in bestehenden Filialen unterbringen
möchte. Es mag nicht so recht zusammenpassen: Mit ihrer Kauflaune
sind die

WAZ: Wieder nicht nachgefragt. Kommentar von Sven Frohwein

Wer schon einmal einen Mietwagenvertrag in den
Händen hielt, dem wird eine Passage ins Auge gefallen sein: "Es ist
Ihnen nicht gestattet, mit diesem Fahrzeug in folgende Länder
einzureisen", steht da sinngemäß. Wer–s doch tut, verstößt gegen die
Statuten. Und damit Europcar auch überprüfen kann, ob sich die Kunden
an den Vertrag halten, hat der Verleiher seinen Nobelkarossen einen
Peilsender verpasst. Leider versäumte es das Unterneh

Kölner Stadt-Anzeiger: Stellenabbau bei Axa könnte größer als geplant ausfallen Aufsichtsratschef Jacques de Vaucleroy: Maßnahmenkatalog zur Effizienzsteigerung noch nicht abgeschlossen

Köln. Der geplante Stellenabbau beim Versicherer Axa
Deutschland könnte größer ausfallen als bisher bekannt. "Die Marke
von 328 Millionen Euro Kostenersparnis ist derzeit gesetzt", sagte
Jacques de Vaucleroy , Aufsichtsratschef der deutschen Axa, dem
"Kölner Stadt-Anzeiger". Auch die Zahl von 1600 abzubauenden
Vollzeitstellen sei im Rahmen eines Sparprogramms definiert. Der Plan
basiere jedoch auf normalen Marktbedingungen. Vor allem das aktuell

Mittelbayerische Zeitung: Böses Erwachen

Von Christine Hochreiter

Die Eurokrise muss also wieder einmal herhalten – als ein Argument
für den beabsichtigten Stellenabbau. Irgendwie wird man aber das
Gefühl nicht los, dass die Probleme von Karstadt anderswo zu orten
sind. Nach der Übernahme des insolventen Konzerns durch den als
Heilsbringer gefeierten Investor Nicolas Berggruen vor zwei Jahren
scheint aber auch hinter den Kulissen nicht viel passiert zu sein.
Eine echte Sanierung und die Überprüfung des

WAZ: Wenn die Krise im Alltag ankommt. Kommentar von Ulf Meinke

Das Wort Krise hat wieder Konjunktur. Zwar steht
Deutschlands Wirtschaft im europäischen Vergleich noch glänzend da,
doch die Liste der Unternehmen, die Stellen streichen wollen, wird
länger. Die Energieversorger Eon und RWE bauen tausende Jobs ab, auch
die Handelsriesen Metro und Karstadt sparen im großen Stil. Dass
gerade Konzerne an Rhein und Ruhr betroffen sind, hat Gründe. Nun
wird deutlich sichtbar, wie sich Euro-Krise und Energiewende auf den
Alltag der Men