Westfalenpost: Der Dorfmittelpunkt – Schlecker am Ende Von Rolf Hansmann

Mit dem endgültigen Aus für die Drogeriekette
Schlecker geht nicht nur ein Stück deutsche Wirtschaftsgeschichte zu
Ende. Verabschieden müssen sich insbesondere viele Dorfgemeinschaften
vom letzten Laden in ihrem unmittelbaren Lebensraum. Schlecker – das
war auf dem Land mehr als nur Deutschlands größte Drogeriekette. Es
war Dorfmittelpunkt, Kommunikationszentrum, Nachbar und
Tante-Emma-Laden mit Plätzchen und Putzmitteln. Auch wenn die
Filialen alles and

Börsen-Zeitung: Im Tunnel, Börsenkommentar „Marktplatz“, von Georg Blaha.

Es war kein schöner Wochenausklang für die
europäischen Märkte. Der Dax krachte um 3,4% auf 6050 Punkte ein und
nahm schon Anlauf, die Schwelle von 6000 Zählern nach unten zu
durchbrechen. Der Euro gab den achten Handelstag in Folge nach und
rutschte unter 1,23 Dollar, den tiefsten Stand seit Mitte 2010.

Fast im Wochenrhythmus erhöht sich die Unsicherheit, die die
Märkte derzeit absorbieren müssen. Als ob ein drohender
Griechenland-Abgang aus der

Ostsee-Zeitung: Kommentar zu Schlecker

Das Ende von Schlecker kommt nicht mehr
unerwartet, aber es ist deshalb nicht minder bitter für die zuletzt
13 800 verbliebenen Beschäftigten. Sie hatten bis gestern gehofft,
ein Investor würde das Unternehmen und ihre Jobs retten. Mag sein,
dass die Gründung einer Transfergesellschaft im März den völligen
Absturz verhindert hätte – damals scheiterte die nötige Bürgschaft
nur an der Verweigerung der FDP. Mit Transfergesellschaft hätte es
k

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Schlecker

Schlecker ist am Ende. Die noch vor wenigen
Jahren größte Drogeriekette in Europa hat keine Zukunft mehr. Gründe
für das Aus gibt es viele. Die unattraktiven Geschäfte. Die
spartanische, wenig kundenfreundliche Inneneinrichtung. Das
Billigimage, das jedoch gerade in dieser Hinsicht mehr versprach, als
es hielt. Der demotivierende Umgang der Eigentümer mit den
Mitarbeitern. Das über die längste Zeit der Unternehmensgeschichte
fehlende Controlling. Di

Mittelbayerische Zeitung: Todesstoß für einen Toten / Zum Aus für Schlecker

Das Aus für die Drogeriemarktkette Schlecker
ist alles andere als eine Überraschung. Denn, seien wir ehrlich: Eine
wirkliche Zukunft hatte der Discounter mit seinen Ramschläden auch
vor der Insolvenz nicht. Wenn Kunden die Wahl hatten, gingen sie in
aller Regel schon in der Vergangenheit bevorzugt zur nicht teureren,
aber aufgeräumteren Konkurrenz. Das miserable Image der
Schlecker-Filialen und letztlich des gesamten Konzerns ist aber nur
eine Seite der Medaille. Das l&

WAZ: Börsen-Sturm rüttelt an Evonik. Kommentar von Thomas Wels

Das dürfte es wohl gewesen sein für den
Evonik-Börsengang: Die Schuldenkrise in Europa, die anhaltenden
Spekulationen über ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro haben
die Kapitalmärkte in eine derart desolate Verfassung versetzt, dass
nur noch hemmungslose Optimisten an einen Aktienverkauf des Essener
Chemiekonzerns glauben. Sieben Prozent hat das Börsenbarometer der 30
größten deutschen Werte im Mai verloren. Facebook-Debakel, abgesagter
B&ouml

WAZ: Am Ende gibt–s nur Verlierer. Kommentar von Frank Meßing

Als es der Drogeriemarktkette Schlecker noch gut
ging, mussten sich die Mitarbeiterinnen durch Überwachung und
schlechte Bezahlung demütigen lassen. Nach der Insolvenz haben sie
gekämpft, verzichtet und gebangt. Vergeblich. Europas führender
Drogist ist untergegangen. Tausende Frauen stehen auf der Straße. Sie
sind die Opfer eines Mannes, der ein Unternehmensimperium aufbaute
und es leichtfertig verspielte. Beratungsresistent und autokratisch
trimmte Anton Schleck

FT: zu Schlecker: Niedergang im Geheimen

Ende. Aus. Vorbei. Die Drogeriekette Schlecker
wird zerschlagen. Überraschend ist das nicht. Jahrelang hatte das
Management die Trends im Einzelhandel konsequent ignoriert und sich
einen Dreck um das Image der Firma geschert.Die Charmeoffensive der
Kinder des Firmengründers kam zu spät. Die Schlecker-Pleite steht
aber auch für einen Mangel an Kontrolle. Anton Schlecker führte sein
Unternehmen als "eingetragener Kaufmann", also unter den gesetzlichen
Anfor

tz München: Schlecker wird zerschlagen: Brüderle als Zyniker

Es ist eine Tragödie, aber die FDP trampelt auf
dem Schicksal der Schlecker-Mitarbeiter noch herum: Die seien selbst
mit schuld an ihrem Schicksal, konnte sich FDP-Fraktionschef Rainer
Brüderle nicht zurückhalten. Geholfen hat er mit solchen Sprüchen
niemandem – nicht einmal sich selbst. Es wäre für die Politik eher an
der Zeit, schnell Lösungen für die Frauen zu finden, die vor der
Arbeitslosigkeit stehen. Auf den abstrakten Markt und die gute
Konju

Der Tagesspiegel: Brüderle: Gewerkschaften haben Mitschuld am Ende von Schlecker

FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle hat den
Schlecker-Frauen sein Mitgefühl ausgesprochen und zugleich den
Gewerkschaften eine Mitschuld für das Aus gegeben. "Wir haben
Verständnis für die Sorgen und Nöte der Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter von Schlecker", sagte Brüderle dem in Berlin
erscheinenden Tagesspiegel (Samstagausgabe). Dass Schlecker jetzt
pleite ist, liege zuallererst an unternehmerischen
Fehlentscheidungen. "Aber auch die Gewerk