Schwäbische Zeitung: Kommentar: Verkrampfte Bewerbungsverfahren

Tim und Julia haben es leichter als Wladimir
oder Aische, eine Lehrstelle zu finden. Eine Studie beweist, dass
Jugendliche mit ausländischen Vornamen auf dem Arbeitsmarkt
benachteiligt werden. Es gibt keinen Grund, an der Stichhaltigkeit
dieser Untersuchung zu zweifeln.

Reflexartig wird nun nach dem Gesetzgeber gerufen. Wo die
Gesellschaft und ihre Individuen versagen, muss die Amme Staat es mit
Vorschriften und Regeln richten. Antidiskriminierungsgesetze und
anonymisierte Bewerbu

Schwäbische Zeitung: Kommentar: Zuviel Polemik von der Opposition

Es ist das gute Recht, ja sogar die Pflicht
einer Opposition, eine Regierung im Parlament zu stellen.
Versäumnisse gehören aufgelistet, Widersprüche klar benannt. Grün-Rot
in Baden-Württemberg bietet bei manchen Sachfragen auch
Angriffsflächen.

Auffällig aber ist, dass sich seit der Bundestagswahl ein schon zu
diesem Zeitpunkt wenig erbaulicher Debattenstil weiter verschlechtert
hat. Nach der FDP fährt jetzt auch die CDU darauf ab, die Grünen i

Schwäbische Zeitung: Leitartikel: Endlich entschieden

Typisch Papst Franziskus: erst gut zuhören,
dann scharf analysieren, dann entscheiden. Und dem öffentlichen, auch
medialen Druck nicht nachgeben. Mit der Annahme des
Rücktrittsgesuches, das Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst schon im
Oktober 2013 eingereicht hatte, hat der Papst sich Zeit genommen: Es
dauerte, bis der Prüfbericht zum Neubau des Diözesanzentrums in
Limburg erarbeitet war und dann Anfang März im Vatikan vorlag.
Franziskus entschied – für k

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Lage der Natur

Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) geht
ihr neues Amt generalstabsmäßig an. Sie legt einen Bericht nicht zur
Lage der Nation, sondern zur Lage der Natur vor: Zahlen, Fakten,
Tendenzen tun gut in einer Debatte, in der sonst Grabenkämpfer und
Eiferer den Ton angeben. Pflanzen und Tiere stehen unter Druck. Trotz
vielfältiger Schutzmaßnahmen ist Deutschland nicht das Paradies für
alles, was kreucht und fleucht. Das muss uns daran erinnern, dem
Naturschutz

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Bertelsmann

Non scholae, sed vitae discimus. Wir lernen
nicht für die Schule, sondern fürs Leben. Als Schüler hört man die
Botschaft gern. Doch versteht sie oft erst der Erwachsene. Egal, ob
man im Unternehmen vorwärtskommen oder anderswo die Karriereleiter
nach oben klettern will: Gesucht werden in der heutigen Arbeitswelt
Menschen mit einem breiten Wissen und besonderen Fähigkeiten. Nun ist
in Deutschland das Angebot an staatlicher und privater Bildung noch
relativ gut.

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Tebartz-van Elst

Sorgfältig geprüft und souverän entschieden: Der
Umgang der katholischen Kirche mit den Vorwürfen gegen Bischof
Franz-Peter Tebartz-van Elst ist mustergültig. Und die gestern
verkündete Entscheidung von Papst Franziskus, den Bischof nicht in
sein Bistum Limburg zurückkehren zu lassen, bleibt die einzig
richtige. Auch wenn übereifrige Kirchenkritiker es nicht gern hören
werden: Viel wäre schon gewonnen, wenn wir in unserer Empörungs- und

Lausitzer Rundschau: Noch Partner auf Augenhöhe Zum Besuch von US-Präsident Obama bei der Nato in Brüssel

Unter dem Druck der Ukraine-Krise rücken Amerika
und Europa demonstrativ zusammen: Sie proben den Schulterschluss
gegen die Verletzung des internationalen Rechts durch Russland. Der
US-Präsident weiß sehr genau, dass wirksame Sanktionen gegen Moskau
nur gemeinsam mit den Europäern möglich sind. Das sollte aber nicht
darüber hinwegtäuschen, dass Obama es leid ist, für die Europäer in
Sachen Sicherheit die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Wenn die

Lausitzer Rundschau: Politische Gratwanderung Zum Bericht der Bundesregierung zur „Armutszuwanderung“

Auf der öffentlichen Empörungsskala rangieren
Debatten über vermeintliche oder tatsächliche Sozialschmarotzer ganz
weit oben. Und geht es dabei auch noch um Ausländer, kommen die
Stammtische erst recht in Wallung. Die CSU hatte sich diese latente
Grundstimmung zum Jahreswechsel populistisch zu eigen gemacht. Ihr
Schlachtruf "Wer betrügt, der fliegt" wurde zum echten Aufreger über
die "Armutszuwanderung". Mit dem gestern veröffentl

Börsen-Zeitung: Kraftpakt, Kommentar zum Freihandelsabkommen von Detlef Fechtner

Barack Obama hat sich bei seinem ersten Besuch
von Europas Hauptstadt darum bemüht, den Verhandlungen über den
umstrittenen transatlantischen Handelspakt neuen Schwung zu
verleihen. Und er hat sich dabei recht geschickt angestellt. Denn der
Amerikaner in Brüssel ist geradezu wie ein Europäer aufgetreten.
Keine großspurigen Ansagen, keine schönfärberischen Prognosen, keine
kraftmeierischen Grüße an das heimische politische Publikum.

Vielmehr

Südwest Presse: KOMMENTAR · TEBARTZ-VAN ELST

Limburger Lügen

Bis in die vergangenen Wochen hinein hatten mächtige Freunde den
Limburger Bischof gestützt – doch am Ende nutzte auch die Fürsprache
durch Papst-Sekretär Georg Gänswein und Kardinal Gerhard Müller
nichts. Papst Franziskus ließ sich – muss man in diesem Falle "Gott
sei Dank" sagen? – auch durch krude Vergleiche (Müller: "Lust auf
Menschenjagd") nicht beirren: Franz-Peter Tebartz-van Elst wird nicht
auf den