Schwäbische Zeitung: Kein gemachtes Nest – Kommentar

Familienunternehmen sind nicht nur die älteste
Form der Unternehmensführung, sondern wahrscheinlich auch die
schwierigste. Das Vorurteil, dass sich Nachfolger ins gemachte Nest
setzen, kennt wohl jeder. So ist es aber nicht. Für sie steht mehr
auf dem Spiel als das unternehmerische Risiko. Nachfolger haben nicht
nur die eigene Existenz, und die der Mitarbeiter in den Händen. Wenn
es schief geht, fahren sie das Lebenswerk der Eltern oder Großeltern
an die Wand – de

Schwäbische Zeitung: Die Sorgen der Landwirte – Leitartikel

Es ist ein Jammer mit dem Wetter. Wer mit
dieser Feststellung Unterschriften sammeln wollte, hätte derzeit
keine Probleme, die Listen zu füllen. Ein unterkühltes Frühjahr,
wenig Sonne, viel Regen mit Hochwasser: Wer da keinen Grund zum
Klagen findet, der muss mit stoischer Gelassenheit gesegnet sein.
Aber Verdruss über eingeschränkte Freizeitaktivitäten und echte
Sorgen sind doch zwei Paar Stiefel. Zu den Wirtschaftszweigen, welche
direkt oder indirekt vo

Börsen-Zeitung: Schadensbegrenzung, Kommentar zur Börsensteuer von Christopher Kalbhenn

Die Signale aus Berlin sind ermutigend. Anstatt
die Börsensteuer ohne Rücksicht auf ihre zum Teil gravierenden
Risiken in der bisher vorgeschlagenen Form durchzudrücken, ist die
Koalition bereit, auf die Bedenken der Finanzbranche einzugehen und
die drohenden Schäden zu begrenzen.

Das ruft die Verfechter der Abgabe auf den Plan. Sie werden den
Vorwurf der Verwässerung nicht zuletzt an der in Aussicht gestellten
Verschiebung der Steuerpflicht im Derivatehandel f

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Arbeitsmarkt

Reden, die sonntags gehalten werden, scheinen
Wünsche wahr werden zu lassen. Schade nur, dass sie schon montags die
Überprüfung durch die Realität nicht überleben. Das ist im Fall der
versprochenen größeren Beschäftigungschancen für ältere Arbeitslose
besonders ärgerlich. Schließlich hängt nicht nur die persönliche
Zukunft vieler Menschen davon ab, dass es der Wirtschaft gelingt, den
Schalter vom subventionierten Vorruhe

WAZ: Mehr Auswahl, mehr Tricks – Kommentar von Wolfgang Mulke

Der mündige Verbraucher wird ein Wunschtraum
bleiben. Dahinter steckt die Idee, dass jeder mit ausreichend vielen
Informationen selbst in der Lage ist, stets gut begründete
Entscheidungen zu treffen. Ob beim Auto, Eigenheim, der
Altersvorsorge oder Müslipackung. In Wahrheit hat niemand die Zeit,
den Überblick und die Kenntnisse zur Beurteilung der neuesten
Verkaufsoffensiven zu gewinnen. Bei einer normalen Fülle von
Verträgen – vom Mobilfunk bis hin zum Raten

Märkische Oderzeitung: Märkische Oderzeitung Frankfurt (Oder) zum Streit im Vorstand des BER:

Verstehen kann man den Zorn des energischen
Managers durchaus. Seit vergangenem Jahr ist Amann, damals noch von
Mehdorns inzwischen in die Wüste geschicktem Vorgänger Rainer Schwarz
geholt, an Bord und hat es nicht geschafft, die Baustelle aus dem
Dornröschenschlaf zu erwecken. Amann kennt die Probleme, aber zu
deren Lösung hat er bislang nicht wesentlich beigetragen. Stattdessen
stehen Monat für Monat 20 Millionen Euro neue Schulden auf der Uhr,
die Sparfuchs Mehdor

neues deutschland: Machtlos in der Krise?¶

Die Weltwirtschaft erholt sich von der schweren
Rezession 2009, doch die Arbeitslosigkeit wächst von Jahr zu Jahr.
Dass dies auch Folge der grassierenden Politik der
Haushaltskonsolidierung in den Industriestaaten ist, hat sich
herumgesprochen. Es ist dennoch bemerkenswert, dass die
Internationale Arbeitsorganisation (ILO) nun den Finger in die Wunde
legt. Sie geht damit auf Konfrontationskurs gegenüber einer anderen
UN-Institution: dem Internationalen Währungsfonds (IWF),

Schwäbische Zeitung: Neun Spanier sind ein Anfang – Kommentar

Was Ursula von der Leyen in Berlin gesagt hat,
erledigen schwäbische Handwerker bereits: Die Arbeitsministerin will
5000 arbeitslose Jugendliche aus Spanien nach Deutschland holen. Das
schwäbische Handwerk hat die ersten Spanier schon im Haus: Neun junge
Männer aus Andalusien krempeln ab heute auf unseren Baustellen die
Ärmel hoch. Beides ist angesichts der 33.000 offenen Lehrstellen
nicht viel, aber ein Anfang, um den immensen Fachkräftebedarf zu
decken. In Spanie

WAZ: Handelsgiganten diktieren Preise – Kommentar von Frank Meßing

Wenn ein Discounter das Kilogramm Nackenkoteletts
jetzt für 4,56 Euro anbietet, steht der Preis kaum noch in einem
gesunden Verhältnis zu Kopfsalat und Kartoffeln, die dazu auf den
Teller kommen. Dabei halten Ernährungsexperten den durchschnittlichen
deutschen Fleischkonsum von 1,2 kg pro Woche ohnehin für viel zu
hoch. Sie halten 400 Gramm für ausreichend. Die Tiefpreise können
sich große Discounter nur leisten, weil sie mit ihrer gewaltigen
Marktmacht