Der weltweite Börsenabsturz beruht nicht allein auf Panik und dem
Gesetz des Herdentriebs. Der Albtraum eines jeden Anlegers besteht
zwar darin, rasante Aufwärts- oder Abwärtsbewegungen zu verschlafen.
Deshalb neigen die Märkte zur Übertreibung, nach unten wie nach oben,
denn wer nicht oder zu lange dabei ist, hat verloren. Doch die
Gefahr, die vielen Anlegern jetzt Sorgen bereitet, ist real: Der
Weltwirtschaft droht eine erneute Rezession.
Der Ausverkauf an den Börsen ging gestern weiter. Der Dax erlebte
die schwärzeste Woche seit der Pleite der Lehman-Bank. Auch wenn
Börsianer gerne übertreiben und längst nicht jeder Bürger Aktien
hält: Der Kurssturz der jüngsten Tage muss alle alarmieren. Dass die
Aktien – trotz der guten Konjunktur in Deutschland, China und anderen
Ländern – einbrechen, zeigt, wie krank das Währungssystem ist. Dass
Italie
Diesmal kam der Crash auf leisen Sohlen. Da sich
der Kursverfall über fast eine Woche hinzog, dauerte es eine Weile,
bis er in seiner ganzen Dramatik sichtbar wurde. Dabei konnten die
Anleger eigentlich damit rechnen, dass der seit Jahresbeginn
andauernde Höhenflug in diesem Sommer zu Ende gehen würde. Außerhalb
Deutschlands häufen sich die Hiobsbotschaften. Bei der
Exportabhängigkeit der deutschen Wirtschaft kann das auch hier nicht
lange ohne Folgen bleiben
"Anstatt innezuhalten und sich zu fragen, ob sie
auf dem richtigen Weg sind, fällt den europäischen Regierungen nur
ein, immer wieder Milliarden und Abermilliarden auf Kosten unserer
Kinder und Enkelkinder auszugeben. Geht es so weiter, ist es nur eine
Frage der Zeit, bis auch die stärksten Staaten überschuldet sind und
schlappmachen. Wer rettet dann die Retter?"
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Stuttgarter Nachrichten
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Joachim Volk
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cv
Aktionäre und Politiker haben derzeit eines
gemeinsam. Sie werden angesichts der unsicheren Entwicklung rund um
überbordende Staatsschulden und konjunktureller Eintrübung hektisch.
Nervöse Hände sind aber für beide Geschäfte ungut. Nicht mal zwei
Wochen haben die Beschlüsse von Brüssel zur Ausweitung des
Euro-Rettungsschirms für Ruhe gesorgt. Das zeigt, wie wenig die
Vereinbarung wert ist, entweder, weil sie niemand an den
Finanzmärkt
Um die Stimmung nachvollziehen zu können, die
derzeit an den Finanzmärkten herrscht, empfiehlt sich ein Blick auf
die jüngste Ausgabe des "Economist". Auf dem Titelblatt, das mit der
Überschrift "Time for a Double Dip?" geziert wird, sieht man eine
Dame mit Badekostüm in den amerikanischen Landesfarben, die von einer
kleinen Yacht ins kühle Nass steigt. Was sie nicht sieht: Unter der
Wasseroberfläche schwimmt ein weißer Hai, der n
Panik ist ein schlechter Ratgeber. Insbesondere
an den Börsen. Der einzige Effekt, den Panik dort erzielt, ist die
Vernichtung von Werten und Kapital. Oder besser: Panik führt dazu,
dass viele Menschen viel verlieren und wenige gewinnen. Geld und
Werte gehen durch Panik bei einem Crash wie gestern nicht verloren,
sie wechseln nur den Besitzer. Die Weltwirtschaft und insbesondere
die europäische Wirtschaft sind krank. Das wissen wir schon länger.
Die Verantwortung f&uum
Diese Woche hat die Hoffnungen auf einen deutschen
Sonderweg in einer angeschlagenen Weltwirtschaft erschüttert. Für
Angst gibt gute Gründe – sie ist rational. Der Ausverkauf an den
Aktienbörsen, die Verwerfungen an den Devisenmärkten und die
neuerlichen Attacken auf Spanien und Italien stehen für einen
allgemeinen Vertrauensverlust. Die Überschuldung der Staaten, vor
allem der reichen, die als Wachstumsmotor oder Stabilitätsanker
galten, hat
Kapital ist ein scheues Reh, lautet ein bekannter
Spruch aus alten Zeiten, als rauchende Schlote noch für Fortschritt
standen. In der Ära des Finanzkapitalismus geht es indes nicht um
Einzelverhalten – hier herrscht der Herdentrieb: Erst üben sich die
Anleger im Erklimmen immer lichterer Höhen, dann blicken sie in den
Abgrund – und allen wird schwindlig, weshalb das Motto plötzlich
lautet: Nichts wie runter!
Genau hier stehen wir mal wieder. Selbst krude
Weltu
So viel ist klar: Jürgen Großmann wird die RWE-Spitze schon wegen
seines Vertragsendes im kommenden Jahr eher früher als später
verlassen. Seine souveränen – man könnte auch sagen: polternden –
Töne in Sachen Kernkraft sind denn auch mehr als Interessenwahrung
des besonders atomgestützten Energiekonzerns. So deutlich kann sich
nur exponieren, wer sich frei fühlt. Für den Konzern ist dieser
Umstand nicht der schl