Schwäbische Zeitung: Kommentar zur Fußball-WM – Blatters billige Taktik

Es wirkt wie späte Einsicht, wenn
Fifa-Präsident Joseph Blatter erklärt, die Vergabe der Fußball-WM
2022 nach Katar sei ein Fehler gewesen. Doch das ist es nicht,
sondern vielmehr ein Zeichen gewaltiger Chuzpe.

Seit 2010, als Blatter die Entscheidung präsentiert hatte, hagelte
es Kritik an der Vergabe – nicht nur von Fans, sondern auch von
Menschenrechtlern. Das Kind ist nun, dreieinhalb Jahre nach der
Entscheidung, allerdings schon längst in den Brunnen g

Westfalenpost: Sport und Politik

Nun gut, jetzt ist es ja längst zu spät: In
Brasilien begehrt das (fußballbegeisterte!) Volk gegen die Kicker-WM
auf, weil sie die Kluft zwischen Arm und Reich vergrößert – und
trotzdem werden die Spiele in vier Wochen dort angepfiffen. In Katar
tritt die herrschende Elite die Bürgerrechte mit Füßen – aber niemand
wird die WM 2022 im Wüstenemirat verhindern. Ach ja: Gerade läuft die
Eishockey-WM in Weißrussland. Dort regiert mit dem

Westfalenpost: Google-Urteil

Die zu Ende gehende Woche hat einige
bemerkenswerte Nachrichten erzeugt, die möglicherweise unseren Umgang
im Internet, das ja nicht nur ein Unterhaltungsmedium ist, sondern
auch ein gigantischer Markt, nachhaltig verändern werden. Zum einen
ist es das Urteil des Europäischen Gerichtshofs, das ein Recht auf
das Löschen personenbezogener Daten festgeschrieben hat. Zum anderen
ist es ein bemerkenswerter Beitrag des SPD-Vorsitzenden, der
angesichts von Google, Amazon und A

Schwäbische Zeitung: Kommentar zu Inklusion – Ein weiter Weg

Am Fall des elfjährigen Henri zeigt sich, dass
Wünschenswertes noch lange nicht zum Alltäglichen wird. Die
Gesellschaft steht erst am Anfang eines weiten Weges, Behinderte
intensiver in den Schulalltag zu integrieren. Geistig Behinderte vor
allem. Auf das Nein zweier Schulen, den Jungen mit dem Down-Syndron
zu unterrichten, reagiert das Kultusministerium mit Angeboten anderer
Schulen, die den Jungen aufnehmen würden. Es stellt auch klar, das
Wahlrecht der Eltern beziehe

Schwäbische Zeitung: Leitartikel zu Freihandelsabkommen – Charme der EU-Richtlinien

Die Verhandlungen zum Freihandelsabkommen mit
den USA kommen zu Recht in Verruf. Transparenz sollte das Abkommen
zwischen den beiden großen Handelspartnern EU und USA schaffen. Kaum
glaubwürdig, wenn man die Art und Weise der bisherigen
Verhandlungsführung betrachtet. Zwar versucht die EU-Kommission
diesen Image-Schaden nun wieder auszuräumen. Doch auch inhaltlich
liegt vieles im Argen.

Die bisherigen Verhandlungen erweckten den Anschein, eher dem
Wohle der Indust

Schwäbische Zeitung: Leitartikel zu Freihandelsabkommen – Charme der EU-Richtlinien

Die Verhandlungen zum Freihandelsabkommen mit
den USA kommen zu Recht in Verruf. Transparenz sollte das Abkommen
zwischen den beiden großen Handelspartnern EU und USA schaffen. Kaum
glaubwürdig, wenn man die Art und Weise der bisherigen
Verhandlungsführung betrachtet. Zwar versucht die EU-Kommission
diesen Image-Schaden nun wieder auszuräumen. Doch auch inhaltlich
liegt vieles im Argen.

Die bisherigen Verhandlungen erweckten den Anschein, eher dem
Wohle der Indust

Weser-Kurier: Zum Wahlausgang in Indien schreibt Agnes Tandler:

Narenda Modi ist auf dem besten Wege, Indiens neuer
Regierungschef zu werden. Die Wähler, die unter der stotternden
Wirtschaft, Inflation, und ausufernder Korruption leiden, haben dem
Hindu-Nationalisten ein klares Mandat erteilt. Sie haben sich von
Versprechen leiten lassen, dass der 63-Jährige Arbeitsplätze schaffen
und modernisieren kann. Modi will ein Indien, das mit dem asiatischen
Rivalen China mithalten kann, das über exzellente Infrastruktur
verfügt und ausl&

Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zu Erdogan: Schicksal, Von Marianne Sperb

Arbeitsunfälle passieren, sagt der türkische
Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. Das Sterben der Bergarbeiter
in Soma ist also Schicksal. Das klingt nach Tragödie der Antike. Denn
so ist ihre Grundkonstellation gestaltet: Jeder sieht den Zug unter
Volldampf auf sich zurasen – und keiner hält ihn auf. Am Ende sind
284 Menschen tot. Nur: Das Unglück von Soma war keine unausweichliche
Naturkonstante, sondern das Ergebnis systematischer
Fehlentscheidungen der p

Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zur Netzneutralität: Von wegen Vielfalt, von Martin Anton

Wer es sich leisten kann, kauft von
Internetanbietern künftig eine Garantie für die Qualität und
Geschwindigkeit seiner Datenübertragung. Mal abgesehen davon, dass
der Tarifwald bei DSL-Verträgen dadurch nicht lichter werden wird,
hätte die Aufhebung der Netzneutralität vor allem eines zur Folge:
Die weitere Normierung des World Wide Web. Denn wer sind denn die
potenziellen Kandidaten für den Erwerb eines Superinternets?
Unternehmen wie Disney, Netf

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Erdogan

Diesmal kann Recep Tayyip Erdogan weder
versuchen, Facebook abzuschalten, noch den Volkszorn auf ausländische
Verschwörer lenken. Das Grubenunglück von Soma entlarvt den
türkischen Premier klarer denn je. Die landesweiten Unruhen
ausgehend vom Gezi-Park, die staatsstreichähnlichen Säuberungen bei
Polizei und Justiz, selbst massive Korruptionsvorwürfe haben ihm die
Anhänger von der AKP durchgehen lassen. Sein antimodernistischer
Populismus soll bei d