Rheinische Post: Gewalt in Nahost Kommentar Von Gregor Mayntz

Woran liegt es, dass Palästinenser und Israelis
immer noch nicht zu dauerhaftem Waffenstillstand und Verhandlungen
über eine langfristige Verständigung finden? Weil schon diese
einfache Frage nicht eindeutig beantwortet werden kann. Israel ist
zwar noch nicht "fertig" mit der Zerstörung terroristisch genutzter
Tunnel-Infrastruktur, aber es müsste doch wissen, dass noch in der
Sekunde, in der der "letzte" Tunnel gesprengt ist, der erste wieder
ge

Rheinische Post: Kohl gehört der Nation Kommentar Von Reinhold Michels

Die Weltgeschichte ist kein Amtsgericht, auch
kein Oberlandesgericht. Und die Kanzlerschaft Helmut Kohls, der man
Größe nicht abstreiten wird, gehört nicht dessen Ehefrau, seinen
Söhnen schon gar nicht, vielmehr Deutschland oder, in Kohls Diktion:
dem Vaterland. So mutet denn der Rechtsstreit zwischen dem Mann, der
weitgehend sprachlos geworden zu Lebzeiten schon in die Geschichte
eingegangen ist, und seinem Ghostwriter Heribert Schwan bizarr an.
Das OLG Köln hat

Rheinische Post: Giftschlangen sind keine Haustiere Kommentar Von Thomas Reisener

Auch giftige Schlangen und Spinnen sind Teil
der Schöpfung. Deshalb gebührt ihnen Respekt. Und gerade darum
gehören diese Wildtiere auch nicht ins Terrarium, sondern
ausschließlich in die Wildnis. Denn anders als Haustiere, die über
Generationen per Züchtung genetisch von ihren wilden Vorfahren
getrennt wurden, sind Schlangen und Giftspinnen nicht domestiziert.
Die Annahme, sie würden sich in nordrhein-westfälischen
Wohnsiedlungen wohlfühlen,

Ostsee-Zeitung: Die OSTSEE-ZEITUNG (Rostock)über Bundespräsident Gauck und die Frage von Krieg und Frieden

Joachim Gauck hat die Tradition des
Freiheitskampfes zu seinem Hauptthema als Staatsoberhaupt gemacht.
Ein Pazifist ist er nicht. Kriegerische Mittel gehören für ihn "als
ultima-ratio-Element" zu einer Gesamtstrategie. Gesucht wird der
gerechte Frieden. Das gilt für die "Friedensbewegten" ebenso wie für
die Verfechter der Gauck-Position, die einige als "Kriegstreiberei"
verunglimpfen. Darüber muss eine gesellschaftliche Debatte gef&uu

BERLINER MORGENPOST: So wird nichts aus Olympia 2024/ Ein Leitartikel von Jochim Stoltenberg

Die Pläne scheinen wieder vernünftig. Wie schon die
des Senats zur Randbebauung des Tempelhofer Felds. Aber der Senat –
wer immer im Einzelnen verantwortlich ist – hat aus dem
überwältigenden Votum der Berliner gegen die Regierungspläne für das
ehemalige Flughafengelände nichts gelernt. Trotz des Versprechens,
bei einer Bewerbung für die Olympischen Spiele 2024 alles besser zu
machen und die Berliner frühzeitig einzubeziehen, ist jetzt ein
Gehei

Südwest Presse: KOMMENTAR · URHEBERRECHT

Kohl für alle

Helmut Kohl im O-Ton. 630 Stunden lang. Mal ehrlich: Wer hält das
überhaupt aus? Schließlich durften wir 16 Regierungsjahre lang
erleben, wie dieser Kanzler der Einheit alles an sich abprallen ließ.
Ist es da so schlimm, dass das Oberlandesgericht Köln dem Altkanzler
die volle Herrschaft über Tonbänder, die Grundlage einer Biografie
sein sollten, zuspricht? Ja. Dass Helmut Kohl versucht, seinen Platz
in den Geschichtsbüchern a

WAZ: Das tückische Virus. Kommentar von Sigrid Krause

Ob es je ein Medikament gegen diese tückische
Krankheit geben wird? Wohl kaum. Seit 1976 ist Ebola bekannt, bis
heute ist die Forschung kaum weiter – zu teuer, extrem gefährlich,
kein Geschäft für die Pharmabranche. Das ist bitter für alle Kranken.
Und für alle, die den Mut haben, sie zu betreuen. Viel zu spät
reagiert aber auch die Welt auf die Seuche. 100 Millionen Dollar gibt
es jetzt, um die Seuche zu stoppen. Was folgt danach? Das Ebola-Virus
allein li

WAZ: Brüsseler Weltverbesserer. Kommentar von Michael Kohlstadt

Es sind nur Zahlen, doch sie haben eine persönliche
Note: Ihre Kontonummer wissen die meisten Menschen auswendig. Viele
haben auch die Bankleitzahl ihres Geldinstituts im Kopf. So etwas
prägt sich ein über die Jahre. Nun müssen wir sie hergeben, auf alte
Gewohnheiten verzichten und Zeichenfolgen lernen, die wir uns wegen
ihrer Bandwurmlänge wohl nie merken werden. In der Praxis zeigt sich
zudem, dass Zahlendreher programmiert sind, wenn man die schrecklich
lange I

Westdeutsche Zeitung: Autor muss Altkanzler Kohl Tonbänder aushändigen – Neue Kratzer am Denkmal der Einheit Ein Kommentar von Peter Lausmann

So unbestritten die historische Bedeutung des
Altbundeskanzlers Helmut Kohl ist, so umstritten ist sein Agieren als
Privatmann nach der Abwahl. Nicht nur, weil Kohl selbst Historiker
ist, weiß er um die Macht des Vermächtnisses. Der heute 84-Jährige
hat immer wieder für symbolträchtige Bilder gesorgt, die die Zeit
überdauern werden: Das Händehalten mit François Mitterrand an den
Gräbern von Verdun ist nur eines davon.

Als Politiker war der

Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Katia Meyer-Tien zur Briefwahl für Auslandstürken

Es ist ein gigantischer bürokratischer Aufwand,
den die Türkei derzeit zu bewältigen hat. In 56 Ländern dürfen
türkische Staatsbürger gleichzeitig abstimmen, wer der nächste
Präsident ihres Landes werden soll. Da werden Wahlurnen um die Welt
geflogen, Messehallen und Stadien gemietet, Sicherheitsdienste
rekrutiert und personalisierte Wahltermine vergeben. Dagegen das
deutsche Briefwahlrecht: Ein Wahlzettel, ein Kreuz und ein
Briefumschlag erf&uu