Nach außen vollkommen gelassen hat sich Libyens
Gewaltherrscher Muammar al-Gaddafi im Staats-TV bei einer Partie
Schach in einem Büro in Tripolis präsentiert. Die Botschaft ist klar:
Seit Wochen macht die Nato, stärkstes Militärbündnis der Welt, Jagd
auf einen Mann, der in aller Ruhe dem Spiel der Könige frönt. Fast
zeitgleich zeigen sich zwei deutsche Minister bei den Rebellen in
deren Hochburg Bengasi. Guido Westerwelle und Dirk Niebel haben
Hilfs
Der türkische Premierminister Erdogan hat die
Parlamentswahlen haushoch gewonnen und kann nun zwei Ziele umsetzen:
die Wirtschaft mit fast chinesischen Wachstumsraten weiter voran
bringen und eine neue Verfassung mit Hilfe aller Bürger und Parteien
durchsetzen. Erdogan hat die Türkei acht Jahre lang gegen reaktionäre
Kemalisten und Militärs reformiert und stabilisiert. Die
internationale Finanzkrise hat keine einzige türkische Bank
vernichtet, was auch ohne de
Ein grüner Ministerpräsident des Landes
Baden-Württemberg lobt Bundeskanzlerin Angela Merkel wegen ihres
Atomkurses. Wer das vor einem Jahr vorausgesagt hätte, wäre wohl für
verrückt erklärt worden. Da staunt die SPD, und die FDP wundert sich.
Angela Merkel hat es mit ihrer Rolle rückwärts in der Atomfrage
tatsächlich geschafft, die Grünen oder zumindest Teile davon auf ihre
Seite zu bringen. Die schwarz-grünen Gedankenspiele s
Es mag ja sein, dass sich die Union bei ihrer atemberaubenden
energiepolitischen Kehrtwende in erster Linie von Sicherheits- und
Umweltgesichtspunkten leiten ließ. Aber ein anderer Beweggrund dürfte
fast ebenso gewichtig gewesen sein: Der Atomausstieg eröffnet der
Union nun die Chance, Koalitionen mit den erstarkten Grünen
einzugehen, und zwar endlich auch auf Bundesebene. Genau dies ist das
Ziel der Parteispitze um Angela Merkel.
Es heißt Abschied nehmen. Abschied von einem
alten Türkei-Bild, das Europa seit Jahrzehnten hegt und pflegt, das
einen EU-Beitritt des Landes noch immer unmöglich erscheinen lässt,
das beladen ist mit Vorurteilen, Sorgen und Klischees. Möglich, dass
diese Parlamentswahl einst als Zäsur gesehen wird, die neue Türkei
anders als die alte wahrzunehmen: als Mitstreiter statt als
Bittsteller, demokratisch reif statt labil, wirtschaftlich potent
statt armselig
Recep Tayyib Erdogan hat die dritte Parlamentswahl in Folge
gewonnen, seine islamisch-konservative AKP holte die Hälfte der
Stimmen. Die Türken haben damit seine Erfolge belohnt, besonders bei
der Wirtschaftspolitik. Unter Erdogan ist aus dem "kranken Mann am
Bosporus" eine boomende Volkswirtschaft geworden, die zuletzt fast so
schnell wuchs wie die chinesische. Zugleich hat die Türkei unter
Erdogan auch Fortschritte auf dem
Warum sind in den vergangenen Tagen deutsche Sportfans
morgens um zwei Uhr aufgestanden, um sich im Fernsehen ein knapp
dreistündiges Basketballspektakel in den USA anzuschauen? Nicht
alleine deshalb, weil ein großer Würzburger in dieser Finalserie der
nordamerikanischen Profiliga NBA zwischen den Dallas Mavericks und
Miami eine wichtige Rolle gespielt hat. Sondern vor allem deshalb,
weil dieser Dirk Nowitzki etwas vorlebt, was in dieser schnelllebigen
Zeit mehr und mehr in
Erdogan hat sein erklärtes Wahlziel verfehlt: eine
Zweidrittel-Mehrheit, die es ihm ermöglicht hätte, die türkische
Verfassung nach eigenem Gutdünken zu ändern. Sein Plan, eine
Präsidialverfassung mit weitgehenden Vollmachten für das
Staatsoberhaupt einzuführen, um dann selbst ins höchste Staatsamt
aufzurücken, ist damit wohl erst einmal vom Tisch. Das ist gut für
die Türkei. Das Land braucht keinen starken Mann, sondern eine
Dass der gebürtige Würzburger einer der besten
Basketballer aller Zeiten ist, ist nicht erst seit seinem
NBA-Titelgewinn am Wochenende bekannt. Doch besonders erfreulich ist,
dass Nowitzki trotz aller Erfolge bescheiden geblieben ist, er gilt
als extrem bodenständiger Mensch mit großem Teamgeist. Und das lebt
er auch vor. Seit Jahr und Tag steht er dem Nationalteam immer wieder
zur Verfügung, obwohl er dort Mitspieler um sich herum hat, die weit
unter seinem Niveau