Wer Fremdenfeindlichkeit duldet oder als Frustventil
nutzt, handelt nicht nur falsch. Er schadet auch sich selbst. Wer
kann es internationalen Investoren verübeln, wenn sie lieber
investieren, wo Weltoffenheit herrscht? Und: Gibt es nicht auch Ziele
für Urlaube und Städtereisen, wo keine menschenverachtenden Parolen
gebrüllt werden? Fremdenfeindlichkeit ist beides: engstirnig und
teuer.
Am gravierendsten ist das Bekenntnis, die Regierung
habe in der Flüchtlingspolitik im letzten Herbst kurz die Kontrolle
verloren. Wie ein lässlicher Stilfehler wirkt daneben der Hinweis,
sie habe den Satz "Wir schaffen das", der für ihre Gegner in der
Union und außerhalb zu einer Art Rotem Tuch geworden ist, wohl etwas
zu oft gesagt. Merkel versucht nun das Feld anders aufzurollen: Über
die Fehlerbeichte will sie die CSU besänftigen. Über eine
Die Positionierung der Gewerkschaft hat das Zeug
dazu, die Debatte über den Umbau des Energieversorgungssystems in die
richtige Richtung zu drehen – insbesondere in der SPD. Nächstes Jahr
wird zuerst in NRW und dann im Bund gewählt. Es kursiert die Furcht,
dass Wähler massenweise den Sozialdemokraten den Rücken kehren, wenn
ein Kohleausstieg nebst Jobabbau zum Wahlkampfthema wird. Das ist ein
wesentlicher Grund dafür, dass Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel bei
Lehrer an der gymnasialen Oberstufe werden besser
bezahlt als diejenigen, die einen schwierigen Job in Grundschulen in
sozialen Brennpunkten machen. Die frühkindliche Bildung spielte lange
Zeit eine untergeordnete Rolle. Und das, obwohl sie für den späteren
Bildungserfolg gerade für diejenigen wichtig ist, die von zu Hause
wenig gute Startchancen haben. Grundsätzlich hat die deutsche Politik
dieses Problem nach dem Pisa-Schock 2001 erkannt – und auch viel
getan. 94
Hat sich der "Kaiser" seine Arbeit für die WM 2006
mit Millionen Euro vergolden lassen, könnte das dazu beitragen,
eine ohnehin schon wacklige Säule des Sports einzureißen: das
Ehrenamt. Ohne die 8,6 Millionen Freiwilligen müsste das System
kollabieren, ohne die freiwilligen Helfer hätte es Olympia in Rio
nicht gegeben und auch nicht die WM 2006 in Deutschland. Die
Scheinheiligkeit ist aber systemimmanent. Das IOC scheffelt in
einer O
Bayer-Chef Werner Baumann geht die Sache forsch an,
sogar sehr forsch. In einem der größten Deals der deutschen
Wirtschaftsgeschichte kauft er den US-Saatgutspezialisten Monsanto
für 66 Milliarden Dollar. Das ist ein hoher Preise. Das heißt, er
wettet darauf, dass das Geschäft mit Saatgut und
Pflanzenschutzmitteln und Dünger in den nächsten Jahren massiv
wachsen und dass Bayer/Monsanto zu den Profiteuren gehören wird. Vor
allem hat er es auf die
Mehr als 100 Ermittler haben am Dienstag bundesweit
22 Agrar-Unternehmen wegen Korruptionsverdachts durchsucht. Allein 17
Betriebe waren in Sachsen-Anhalt betroffen, teilte die
Staatsanwaltschaft Halle der Mitteldeutschen Zeitung
(Donnerstagausgabe) mit. Untersucht wird der Vorwurf der
Bestechlichkeit. Ein Mitarbeiter des Chemiekonzerns BASF soll
Urlaubsreisen für Mitarbeiter von Agrar-Firmen bezahlt haben, wenn
diese Saat- und Pflanzenschutzmittel bei dem Konzern erwerben. BASF
bes
Experten erwarten, dass das globale Überangebot an
Rohöl noch mindestens bis Mitte 2017 anhält. Das bedeutet anhaltend
niedrige Spritpreise. Doch Autobauer dürfen das nicht als Signal
missverstehen, nur noch auf hochgebockte Pseudogeländewagen mit
mehrfach Turbo-Diesel zu setzen. Der SUV-Boom wird noch drei,
vielleicht auch noch fünf Jahre anhalten. Doch langfristig geht es in
die entgegensetzte Richtung, in Richtung emissionsfreies Auto – mit
einem Elektromo
Es gibt auch in Brüssel eine Art Wettbewerb, den
möglichen Untergang der EU mit möglichst drastischen Worten zu
beschreiben und sich dabei gegenseitig zu übertreffen. Das mag in der
Analyse alles richtig sein, bedient aber letztlich genau die
Falschen: nämlich jene Skeptiker und Gegner des europäischen
Projektes, die unter Berufung auf prominente Zeugen erst recht ihre
Polemik gegen Europa fortsetzen können. Was Jean Asselborn gesagt
hat, wird niemanden m
In Sachsen-Anhalt werden zunehmend mehr
Waffenbesitzkarten zurückgenommen oder widerrufen. Insgesamt wurden
in den vergangenen fünf Jahren 247 Karten eingezogen, 160 davon
allein in den vergangenen drei Jahren. Das ist das Ergebnis einer
Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage durch die
AfD-Fraktion. "Die Entwicklung der Rücknahmen waffenrechtlicher
Erlaubnisse in den letzten zweieinhalb Jahren zeigt, dass die
Waffenbehörden das Waffengesetz konsequent vol