Mitteldeutsche Zeitung: zu Flüchtlingen

Es ist daher nur zu begrüßen, wenn sich das Land auf
den Weg macht, neue Quartiere gerade für Flüchtlingsfamilien zu
suchen – und diese nicht in Containern oder Turnhallen
unterzubringen. Das Kiez Güntersberge ist auf den ersten Blick keine
schlechte Wahl: Die Wohnqualität ist erheblich besser als in
Halberstadt, es gibt viele Beschäftigungsmöglichkeiten für Kinder.
Allerdings: Güntersberge liegt mitten im Harz – weitab von jeglichen
Beh

Mitteldeutsche Zeitung: zu Grundstücksmarktbericht

Die Kluft zwischen auflebenden Metropolen und
darbenden Kleinstädten wird noch größer. Landesregierung und
Kommunen können versuchen, mit vielen Maßnahmen gegenzusteuern:
etwa mit Gewerbegebieten, um Arbeitsplätze auf dem Land zu
schaffen. Oder durch ein attraktives Bus- und Bahnangebot, damit die
Dörfer nicht weiter in Abseits geraten. Aber letztlich entscheiden
die Menschen. Und da werden die Großstädte immer attraktiver.

Pre

Mitteldeutsche Zeitung: Linke Gysi warnt vor Fortsetzung des Sparkurses in Griechenland

Halle. Der Vorsitzende der Linksfraktion im
Bundestag, Gregor Gysi, hat vor einer Fortsetzung des Sparkurses
gegenüber Griechenland gewarnt. "Wir haben jetzt die erste Regierung
in der Eurozone, die diesen neoliberalen Kurs nicht fortsetzen will,
der alle Reichen und Vermögenden schont", sagte er der in Halle
erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung" (Montag-Ausgabe). "Diese
Abkehr stößt auf den Widerstand von 18 Regierungen, insbesondere der
sp

Mitteldeutsche Zeitung: zu Griechenland

Athen führt sich in den Gesprächen mit seinen
Geldgebern auf, als hätte man endlos Zeit und könne taktieren. Dabei
lautet die Botschaft dieses Wochenendes: Griechenlands Regierung hat
bereits viel zu viel Zeit verspielt. Die Herabstufung der
Kreditwürdigkeit Athens durch die US-Ratingagentur Fitch sagt das
deutlich: Noch Ende letzten Jahres gab es positive Signale. Die sind
verklungen. Das Land steht vor dem Bankrott. Warum man da noch die
letzten Sympathien der

Mitteldeutsche Zeitung: zu Mangel an Pflegekräften

Die wesentliche Ursache für die Personalknappheit
besteht doch wohl darin, dass eine Vollzeit-Altenpflegerin im Osten
im Schnitt 1 945 Euro brutto im Monat verdient, eine Krankenschwester
aber 2 568 Euro. Welche Ausbildung wählen wohl die jungen Frauen und
Männer? Sicher gibt es in der Qualifikation zwischen beiden Berufen
Unterschiede. Doch rechtfertigen die ein solches Lohngefälle? Wer
mehr Pfleger haben möchte, der muss sie am Ende einfach besser
bezahlen.

Mitteldeutsche Zeitung: zu Aussteigerprogramm/Rechtsextreme

Im Himmel ist mehr Freude über einen reuigen Sünder
als über 99 Gerechte. Insofern: Schön, dass ein Rechtsextremer das
neue Aussteiger-Programm des Landes genutzt hat. Rein weltlich
gesehen ist ein Aussteiger keine glitzernde Erfolgsbilanz. In
Sachsen-Anhalt gibt es immerhin gut 1 400 Rechtsextremisten. Gerade
vor dem Hintergrund, dass das Vorläufer-Aussteigerprogramm gar nicht
angenommen wurde, sollte man der Beratungsstelle "Extra" beim
Verfassungssch

Mitteldeutsche Zeitung: zur Maut

Das Maut-Gesetz, das der Bundestag nun beschlossen
hat, wird aber zum Ärgernis. Nicht nur enthält es Klauseln, die die
unnötige Verwaltungsarbeit an Privatfirmen überträgt – auf
Staatskosten. Trotz aller Warnungen koppelt Schwarz-Rot die Maut
direkt an die Kfz-Steuer-Entlastung der Deutschen. Sollte die EU wie
angedroht- oder eine spätere Regierung – diese streichen, zahlen
Deutsche künftig sogar für Bundesstraßen Maut. Die Infrastruktur
daf&

Mitteldeutsche Zeitung: zu Germanwings

Ist womöglich die gepanzerte Tür zum Cockpit, die
nach den Anschlägen vom 11. September 2001 eingeführt wurde, ein
Sicherheitsrisiko – wenn die Gefahr von innen und nicht von außen
kommt? Wäre es besser, wenn immer eine zweite Person im Cockpit säße,
wie es in den USA Pflicht ist? Werden Piloten zu selten psychologisch
untersucht? Antworten sind nicht einfach. So stürzte 1999 ein
Flugzeug ab, obwohl ein Pilot einen anderen bei offener Tür m

Mitteldeutsche Zeitung: zu DDR-Datschen

Kein Zweifel, die Entscheidung ist richtig. Denn
auch wenn Datschen-Besitzer zu DDR-Zeiten damit rechnen konnten,
lebenslang unkündbar zu sein – 25 Jahre nach dem Mauerfall gibt es
für eine Verlängerung der Kündigungsfrist kaum gute Gründe mehr.
Ohnehin schien das Ganze ein populistisches Manöver der Linken in
Brandenburg gewesen zu sein, wo 100 000 der 500 000 Datschen stehen.
Schließlich sind die Datschen ein Stück Ost-Identität. Aufgrund

Mitteldeutsche Zeitung: zu Germanwings

Was immer in dem jungen Co-Piloten vorgegangen ist –
die blockierte Cockpit-Tür ist das Symbol dafür: Der 27-Jährige war
abgeschottet von allen anderen Menschen, nicht einmal mehr erreichbar
für ihre Todesangst. Umgeben war er noch von einer Technik, die
seinen Befehlen gehorchte – ein Amoklauf der Beziehungslosigkeit in
der extremsten Form. Wir sind schnell geneigt, eine solch monströse
Tat als Folge einer psychischen Störung zu qualifizieren, weil wir
sie an