Rheinische Post: Kommentar / Keine Extras für Ärzte = Von Antje Höning

Auf Ärztetagen will die Ärzteschaft eigentlich
ihre Position zu grundsätzlichen Fragen festlegen. Oft genug aber
geht es nur ums Geld. 2003 rief Ministerin Ulla Schmidt den Ärzten
zu: "Ich kann Sie nicht alle zu Millionären machen". Kein Wunder,
dass der folgende Bundestagswahlkampf auch in den Praxen geführt
wurde. Inzwischen ist das Klima entspannter, zumal die Konjunktur für
stabile Krankenkassen-Finanzen sorgt. Das wird sich im nächsten

Börsen-Zeitung: Affront National, Kommentar zur Europawahl von Detlef Fechtner

Nigel Farage, Parteichef der britischen
Unabhängigkeitspartei, ist ein ziemlicher Dampfplauderer. Allerdings
hat er nach Schließung der Wahllokale einen überzeugenden Punkt
gemacht. Er erkenne nicht, dass sich im EU-Parlament kurzfristig
vieles ändern werde – wohl aber in der Politik einiger nationaler
Regierungen. In der Tat dürften die etablierten Fraktionen
verkraften, dass sie sich künftig den Plenarsaal mit mehr
Europagegnern als bisher teilen müss

Rheinische Post: Kommentar / EU braucht Versöhner = Von Anja Ingenrieth

Die Fliehkräfte in der EU nehmen zu. Wenn in so
bedeutenden Mitgliedsstaaten wie Frankreich und Großbritannien
Parteien triumphieren, die ihre Länder dezidiert aus der Gemeinschaft
führen wollen, wird "Sparkanzlerin" Angela Merkel es künftig noch
schwerer haben, die EU auf dem Konsolidierungspfad zu halten und jene
gemeinsame Politik durchzusetzen, die für die Stabilisierung der
Gemeinschaftswährung unverzichtbar ist. Damit aber droht die näc

Rheinische Post: Kommentar / Lehren der Wahl: Profil schlägt Trend = Von Horst Thoren

Von wegen Trendwahl! Person und Persönlichkeit
machten den Unterschied. Zwar stimmt die Zusammenfassung – CDU vorn,
SPD legt zu, FDP stürzt ab, doch überraschend waren die
Einzelergebnisse. In Monheim 65 Prozent für die Jugendpartei Peto, 95
Prozent für den 32-jährigen Bürgermeister. In Dormagen absolute
Mehrheit für einen 27-jährigen SPD-Newcomer. In Gladbach muss der
favorisierte SPD-OB Bude in die Stichwahl, in Düsseldorf CDU-OB Dirk
Elb

Ostthüringer Zeitung: Jörg Riebartsch kommentiert: Kommunalwahlen in Thüringen/SPD kommt nur in Europa an

Altes, deutsches Sprichwort: Man soll den Tag nicht
vor dem Abend loben. Weil die Landtagswahl in Thüringen noch Monate
hin ist, haben Sonntag schon mal Politiker und Kommentatoren, die von
einer linken Mehrheit im Erfurter Landtag träumen, die Europawahlen
als Wegweisung gedeutet – wegen der erstarkten SPD. Doch schon einen
Tag später, nachdem in Thüringen die Ergebnisse der Kommunalwahl
ausgezählt sind, lässt sich eher von voreiliger Missdeutung reden.
Auf

Mittelbayerische Zeitung: Grenze der Verdummung – Seehofer muss einsehen, dass er seinen Kurs des gnadenlosen Populismus nicht beliebig fortsetzen kann. Von Fritz Winter

Horst Seehofer, nach den Europawahlen
Vorsitzender einer 40-Prozent-Schrumpfpartei mit gerade noch fünf
Europaabgeordneten, hat nach den gnadenlosen Verlusten am Sonntag
nach einem Sündenbock gesucht und – oh Wunder – auch einen gefunden.
Er selber hat mit seinem betont europakritischen Kurs das
Europa-Wahlergebnis für die CSU verbockt. Und er kündigte auch gleich
Konsequenzen an: Natürlich werde er bis 2018 Ministerpräsident
bleiben und selbstverständlic

Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen Wilde Interpretationen FLORIAN PFITZNER, DÜSSELDORF

Entscheidend war also der Laschet-Faktor. So hat
man es sich in der Parteizentrale ausgedacht, so hat man es am Tag
nach den Kommunalwahlen erzählt. Laschet zwingt Kraft erstmals in die
Knie, soll das heißen. Schon jetzt sieht Laschet mehr Stimmen für
Schwarz-Gelb als für Rot-Grün. Wer bei all den wilden
Interpretationen der Ereignisse mal kurz durchatmet, stellt dagegen
fest: Nach den Kommunalwahlen in NRW bleibt ein politisches Erdbeben
aus, es sind höchsten

Westfalenpost: Ein bisschen mehr Ernsthaftigkeit, bitte / Kommentar von Martin Korte zur Europawahl

Ach, es ist ja so einfach, sich über die Europäische
Union lustig zu machen. Martin Sonneborn, den wir aus der
"heute-show" kennen, treibt es auf die Spitze. Deutschlands
Chef-Satiriker und Gründer der Partei "Die Partei" ist von
180 000 Menschen aus Spaß ins Parlament gewählt worden. Nun
will er nach vier Wochen zurücktreten und Platz machen für weitere
"Partei"-Mitglieder, um Übergangsgeld zu kassieren. Ziel:

Berliner Zeitung: Zur Zukunft des Tempelhofer Feldes in Berlin:

Das Tempelhofer Feld aber braucht mehr. Dort muss
es um Ideen für das 22. Jahrhundert gehen. Die Tempelhofer Freiheit
gibt uns die einmalige Chance, die Stadt der Zukunft zu entwerfen.
Wohnen, arbeiten, leben – wie könnte das aussehen? Wenn wir das
wissen, wenn wir dafür die Berlinerinnen und Berliner begeistert
haben, dann wird sich keiner mehr daran erinnern, dass wir einst die
Brache verteidigen mussten, um den Ausverkauf eines Traums zu
verhindern.

Pressekontakt:
Be

Westfalenpost: Der Brückenbauer / Kommentar von Stefan Hans Kläsener zur Nahostreise von Papst Franziskus

Am Jerusalemer Tempelberg umarmen sich drei ältere
Männer: ein muslimischer Geistlicher, ein Rabbi und ein katholischer
Bischof. Eine ungewöhnliche Geste, weil schon der Anblick einer
jüdischen Kippa die Moslems bis aufs Blut reizen kann. Gänzlich
ungewöhnlich, sogar sensationell wird die Szene dadurch, dass der
katholische Bischof der Bischof von Rom ist: Papst Franziskus. Man
kommt aus dem Staunen nicht heraus, mit welch traumwandlerischer
Sicherheit dieser