Selbst der sehr interessierte Laie kann nicht mehr fundiert
beurteilen, was ein weiterer Baustopp beim Stuttgarter Bahnhof
tatsächlich kosten würde und wie viel Zeitverzögerung letztlich
dadurch entstünde. In dieser unüberschaubaren Gemengelage ist es
deshalb nicht überraschend, dass die Bahn von ihrem Bauherrenrecht
Gebrauch macht. Die Arbeiten am Projekt werden fortgesetzt und
weitere Aufträge vergeben. Der grüne Teil de
Dass die Baustelle jetzt schon Stress bereitet,
daran ist Landesverkehrsminister Winfried Hermann nicht ganz
unschuldig. Der Grünen-Politiker ist zwar ein weithin anerkannter
Verkehrsfachmann, hat aber in der Vergangenheit kaum eine Gelegenheit
ausgelassen, sich mit der Bahn anzulegen. Mit vorschnellen Äußerungen
hat er viel Porzellan zerschlagen. So ließ Hermann kürzlich
durchblicken, dass das grün-rote Bündnis die Ergebnisse der
Simulations-Stresstests
Die Bahn sollte sich nicht zu früh freuen: Bis
zu einem auch politisch tragfähigen Ja zu Stuttgart 21 ist nach wie
vor ein weiter Weg. Dennoch ist der Verzicht der grün-roten
Landesregierung, offiziell und rechtlich bindend einen Baustopp zu
beantragen, ein nur mühsam kaschierter Rückzug. Denn die
Ministerpräsident-Grünen müssen zugeben: Sie haben den Mund zu voll
genommen. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als ihre Verpflichtung
zur Projektf&
Noch sind nicht alle Messen gesungen, auf
künstlerischer Seite aber dürfen die halleschen Händel-Festspiele
schon vor ihrem morgigen Finale eine positive Bilanz ziehen: Der
Plan, den Glanz des sächsischen Barock von der Elbe an die Saale zu
holen, ist aufgegangen. Spannende Aufführungen nach der Hallischen
Händel-Ausgabe haben einmal mehr bestätigt, dass die immense Arbeit
hinter den Kulissen ganz praktische, sinnliche Erfahrungen stiften
kann.
Chance vertan. Sachsen-Anhalts Landtag hätte in
dieser Woche Eigenwerbung betreiben können. Werbung für
Parlamentarismus und Gewaltenteilung. Die Abgeordneten hätten nur den
Mut aufbringen müssen, dem Haseloff-Kabinett auf die Finger zu
klopfen. Weil sich nämlich die schwarz-rote Landesregierung still und
leise 45 neue Stellen in der Staatskanzlei und den Ministerien
genehmigen will. Vorbei an Landtag und Haushalt. Einen gewählten
Volksvertreter hätte
Kroatien hat es fast geschafft. Dafür hat das
Land große Anstrengungen hinter sich gebracht. Es sieht fast so aus,
als würde die Balkanstrategie der EU aufgehen. Für die EU ist es eine
der größten Herausforderungen: Die von Kriegen zerfressene
Balkanregion soll befriedet werden. Die Brüsseler Strategie sieht
vor, nach und nach die übrigen Ex-Teilstaaten Jugoslawiens in die EU
aufzunehmen. Bis vor kurzem sah es noch so aus, als würde dieser Plan
War es das jetzt? Können wir endlich wieder
statt Currywurst und Pommes bedenkenlos gesunde Rohkost zu uns
nehmen, ohne unsere Gesundheit zu riskieren? Die korrekte Antwort
lautet: "Nein, können wir nicht." Dafür gibt es derzeit drei Gründe.
Der erste: Die tüchtigen Epidemiologen des Robert-Koch-Instituts sind
offenbar davon überzeugt, der EHEC-Quelle durch eine "rezeptbasierte
Restaurant-Kohortenstudie", also durch Befragungen und statistis
Das, was einst leicht schief "Ost-Erweiterung"
hieß und eine mächtig emotionale Angelegenheit war, ist ein sehr
nüchternes Geschäft geworden. Kroatien hat die 35 Kapitel seines
Qualifikationsprogramms abgearbeitet? Okay, dann gibt es keinen
Grund, Zagreb länger im Wartestand zu lassen. Viel Überschwang und
Überhöhung finden nicht mehr statt. Das ist kein großer Verlust. Mit
salbungsvollen Parolen und frommen Verheißungen ist vi
Eine Auszeit ist nach den Turbulenzen der
letzten Monate sicher nicht die schlechteste Idee des früheren
Verteidigungsministers Karl-Theordor zu Guttenberg. In modernen
Medien-Demokratien verändern Skandale das Leben der Betroffenen
radikal. Der vollständige Rückzug ins Private gelingt selten. Oft
geht damit einher, dass auch die Familien keine Ruhe finden können.
Insofern ist es klug von den Guttenbergs, sich und ihren Kindern
diese Anstregungen zu ersparen. Soll
Schneller hat noch kein Verteidigungsminister der
Außen- und Sicherheitspolitik seinen Stempel aufgedrückt. Gerade drei
Monate ist Thomas de Maizière im Amt. Und doch beansprucht der
CDU-Politiker schon politische Führung über Deutschlands Rolle in der
Welt – auf Kosten des geschwächten Außenministers Guido Westerwelle.
Mit bemerkenswerter Konsequenz entwindet de Maizière dem
Kabinettskollegen die Definitionsmacht über Auslandseinsätze.