Kaum ist die Ticket-Steuer eingeführt, bestätigen sich sämtliche
Befürchtungen: Touristen mit kleinem Geldbeutel verzichten auf
Flugreisen, grenznahe Flughäfen verlieren ihre Passagiere ans Ausland
und die ersten Fluglinien dampfen ihr deutsches Angebot ein. Der
Finanzminister beschwichtigt: Nach sechs Monaten könne man die
Konsequenzen noch gar nicht beurteilen. Das stimmt aber nicht. Die zu
erwartenden Konsequenzen sind s
Der unfassbare Massenmord von Oslo und Utoya war erst wenige
Stunden alt, da tauchten im Internet die ersten rechtsextremen
Hassprediger auf, um die Tat zu verharmlosen. Anders Breivik sei "ein
seriöser politischer Denker mit guten Ideen", heißt es auf der
Internetseite einer rechtsextremen US-amerikanischen Zeitschrift.
Nach allem, was in dem wirren Manifest Breiviks zu lesen ist, war der
Massenmörder mit den blonden Haar
Die Menschen am Horn von Afrika müssen sich vom
Schicksal betrogen fühlen. Skrupellose Kriegsfürsten beuten Somalia
seit Jahren bis auf den letzten Blutstropfen aus – einen
funktionierenden Staat gibt es schon lange nicht mehr. Und als ob das
noch nicht reichen würde, nutzt das Terrornetzwerk El-Kaida die
Hungersnot für seine Machtspiele aus. Den Menschen bleibt nur die
Flucht. So hat Kenia gerade ein Auffanglager für 90 000 Flüchtlinge
gebaut. 400 000 wa
Nach dem Massaker in Norwegen schlägt die Stunde der
Oberschlauen. Der Polizei und dem Staatsschutz werden heftige
Vorwürfe gemacht. Da habe ein rechtsradikaler Nationalist im Internet
unbeachtet seine wirren Thesen veröffentlichen können. Ein wachsamer
Staat hätte sich dagegen den Attentäter schon früher vorknöpfen
können. Und es sei ein Armutszeugnis, dass die Polizei erst so spät
auf der Horror-Insel eingetroffen ist.
Lieber Gott, wie konntest Du das zulassen? So mögen
viele verzweifelte Gebete der entkommenen Jugendlichen und der
entsetzten Angehörigen gelautet haben. Auch der – mutmaßliche –
Massenmörder sprach vor seiner grausamen Tat zu Gott. In sein
Tagebuch trägt er ein: "Ich habe Gott erklärt, dass er dafür sorgen
muss, dass die Krieger, die für den Erhalt des Europäischen
Christentums kämpfen, obsiegen müssen." Ich habe Gott erkl&
Ganz Norwegen trauert. Die Anschläge eines
Landsmannes, bei denen mehr als 70 Menschen auf grausame Weise
starben, erschüttern das Land. Viele Norweger geben sich gegenseitig
Halt, kommen an verschiedenen Orten zusammen, halten gemeinsam inne.
Während die Norweger angesichts des Unfassbaren schweigen, wird in
Deutschland hemmungslos geplappert. Es ist unerträglich, wie kurz
nach und bisweilen während der Tragödie diskutiert worden ist. Die
Grenzen des moralis
Anders Behring Breivik ist eine terroristische
Ich-AG. Viele der deutschen Terroristen der RAF stammten wie er aus
unverdächtigem bürgerlichen Milieu. Sie waren – ihrem eigenen
Verständnis nach – durch hartes Nachdenken, durch langes Überlegen,
durch eine intellektuelle Anstrengung zuerst auf die Idee gekommen,
den Terrorismus, die Verbreitung also von Angst und Schrecken, als
Mittel zur Bekämpfung des Status quo einzusetzen. Dann waren sie
bereit, aus dieser &quo
Die Bilder und die Nachrichten rufen Mitleid
und Zorn hervor. Unterernährte Kinder schauen uns mit großen Augen
an. Erwachsene sterben zu Tausenden an Hunger und Durst. Selbst das
Vieh, das den Menschen Nahrung geben könnte, verendet in Somalia. Und
die Hilfslieferungen aus der Welt der Reichen versickern in dunklen
Kanälen und kommen nicht bei den Armen an. In diesem ostafrikanischen
Land, das fast doppelt so groß ist wie Deutschland. Deutschland
stockt immerhin
Unfassbar. Unbegreiflich. Es waren diese zwei
Worte, die die Schockstarre unmittelbar nach dem Massenmord in
Norwegen umrissen. Polizeibeamte aus Oslo sprachen vom "Täter aus dem
Nichts", Boulevardmedien gar vom "blondem Teufel", als ob er der
Hölle entstiegen ist. Dabei ist der 32-jährige Anders Behring Breivik
ein Mensch aus Fleisch und Blut, der in einem Land lebt, das sich zu
den liberalsten und sozialsten der Welt zählt. Und doch kann selbst
eine
Mit Tränen in den Augen trat der norwegische
Ministerpräsident Jens Stoltenberg nach den verheerenden Anschlägen
vom Freitag vor sein Volk – und beschwor seine Landsleute, nun
zusammenzustehen und sich nicht den Glauben an die freiheitliche
Gesellschaft nehmen zu lassen. König Harald tat es ihm gleich. Wie
anders, wie viel hektischer und auch zynischer fällt die Reaktion bei
Deutschlands Hardlinern aus! Der Münchner CSU-Bundestagsabgeordnete
Hans-Peter U